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Wer braucht welche Versicherung? 

 

Unabhängig davon ob ein Bauherr selbst Hand anlegt, Einzelfirmen beschäftigt oder einen Generalunternehmer mit dem Bau seines Hauses beauftragt: er haftet für sämtliche Schäden die auf der Baustelle entstehen. Dies können beispielsweise Kinder sein, die sich beim spielen verletzen und oder in die Baugrube fallen, weil die Baustelle unzureichend gesichert wurde.

Oder aber schlecht gelagerte Materialien die den Zaun des Nachbarn beschädigen, ein umstürzendes Baugerüst etwa, welches auf angrenzende Grundstücke stürzt oder nicht fachgerecht ausgeführte Baumfällarbeiten, durch die Passanten verletzt werden. Solche und ähnliche Unfälle wären durch die Bauherrenhaftpflichtversicherung abgedeckt.

Bauherrenhaftpflichtversicherung
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Tipp: Im Schadenfall haftet der Bauherr unbegrenzt. Die Versicherungssumme sollte auf mindestens 3,5 Millionen Euro für Sach- und Personenschäden festgelegt sein, einige Versicherungen bieten ihre Leistungen nur auf Basis geringer Mindestgrenzen an.

Sie gehört zu den wichtigsten Versicherungen für Bauherren: Die Feuerrohbauversicherung schützt vor Totalverlust durch Feuer im Falle von Brandstiftung oder etwa durch Blitzeinschlag. Gerade Rohbauten haben i.d.R. noch keinen Blitzableiter, weshalb ein Brand durch Gewitterblitze keineswegs abwegig ist.

Auch Baustoffe welche sich im Rohbau befinden und noch nicht fest eingebaut sind, und etwa durch Rauch, Ruß oder Löschwasser beschädigt werden, werden bei Abschluss dieser Versicherung ersetzt. Selbst durch Brandschäden erforderliche Abriss- und Beräumungskosten werden dem Bauherren i.d.R. erstattet. Meist sind auch Schäden an auf dem Baugrundstück befindlichen Bauteilen und Materialien inbegriffen. Oftmals werden die Policen so gestaltet, dass sich die Feuerrohbauversicherung nach Fertigstellung des Bauwerks automatisch in die Wohngebäudeversicherung umwandelt. Viele Versicherer bieten bei dieser Koppelung die Feuerrohbauversicherung sogar beitragsfrei an.

Feuerrohbauversicherung
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Tipp: Manche Versicherungen bieten die Feuerrohbauversicherung mit interessanten Nachlässen an, wenn diese zusammen mit der Bauleistungsversicherung, oder auch einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen wird, welche nach Fertigstellung des Bauvorhaben nahtlos anschließt.

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Wie der Name schon sagt handelt sich hier um eine Versicherung für Wohngebäude, heißt im Klartext: das Haus muss mindestens zu 50% für Wohnzwecke genutzt werden, was bei Wohn-Geschäftshäusern zu beachten ist. Die Anzahl der Schäden, welche durch eine Gebäudeversicherung abgesichert werden ist vielfältig: Feuer-und Wasserschäden, Hagel- und Sturmschäden, Schäden durch Blitzschlag und Leitungswasser, sowie auch der Anprall von Fahrzeugen, was für Grundstücke an stark befahrenen Straßen besonders sein dürfte.

Zum Versicherungsumfang gehören neben dem Gebäude i.d.R. auch Anbauten wie Müllboxen, Klingel-und Briefkastenanlagen oder auch Tore und Zäune. Auch Außenanlagen wie Zufahrten und Terrassen sind ebenso versichert, wie auch z.B. auch speziell für die Wohnungen angefertigte Einbauküchen und Balkonmarkisen.

Wohngebäudeversicherung
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Tipp: Bei starken Gewittern können Blitzeinschläge in benachbarte, öffentliche Stromleitungen zu s.g. Stromspitzen im eigenen Haus führen. Dies kann zu Schäden in der Hauselektrik oder Heizungsanlage führen. Die Absicherung gegen solche Schäden sollte Bestandteil der Wohngebäudeversicherung sein.

Sie gehören wohl zu jeder privaten Baustelle: Freunde und Verwandte, die gerne mal mithelfen. Dabei ist zu beachten, dass jeder Bauherr verpflichtet ist, seine Helfer bei der zuständigen Bau-Berufsgenossenschaft (BG Bau) anzumelden und gegen Unfall zu versichern, sowie über erbrachte Arbeitsstunden Buch zu führen. Dabei ist es unerheblich, ob die Hilfskräfte für ihre Arbeiten entlohnt werden, oder ob dies als Freundschaftsleistung erbracht wird.

Die Kosten betragen je Helfer und geleistete Arbeitsstunde etwa zwei Euro, damit sind dann Arbeitsunfälle in begrenztem Maße abgesichert. Hier handelt es sich aber nur um eine Basisversicherung, welche kaum ausreichend ist. Auch Hilfskräfte die auf Basis eines Minijobs beschäftigt werden, müssen bei der Zentrale für Minijobs angemeldet und deren Arbeitsstunden nachgewiesen werden.

Versicherung für Bauhelfer
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Tipp: Auch der Bauherr selbst muss während der Arbeiten auf seinem Bau versichert sein. Dies ist jedoch oftmals bereits durch den Umfang bestehender Versicherungen wie beispielsweise einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer privaten Unfallversicherung abgedeckt.

Eine der Befürchtungen welche ein Bauherr hat dürfte wohl die sein, dass das beauftragte Unternehmen während der Bauphase in Insolvenz geht. Das bedeutet nicht nur die Verzögerung des Fertigstellungstermins, sondern in aller Regel auch zusätzliche Kosten. Und Handwerker, welche mit der Fertigstellung bereits halbfertiger Bauleistungen beauftragt werden, lassen sich dies meist gut bezahlen. 

Und genau diesen Mehraufwand deckt eine Baufertigstellungsversicherung ab, sie wird jedoch nicht vom Bauherren, sondern vom dem Bauunternehmen abgeschlossen. Vor Vertragsunterzeichnung sollte sich der Auftraggeber das vorhanden sein dieser Versicherung vom Unternehmen nachweisen lassen. Die Baufertigstellungsversicherung sollte Vertragserfüllungsbürgschaft enthalten, welche sich aus der Ausführungs- und Gewährleistungsbürgschaft zusammensetzt.

Baufertigstellungsversicherung
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Tipp: Bauunternehmen die nicht in der Lage sind eine Baufertigstellungsversicherung nachzuweisen, sollten den Bauherren stutzig machen: möglicher Weise ist die Bonität des Unternehmens nicht ausreichend, weswegen die Versicherung ihre Leistung versagt.

Vom Zeitpunkt des Grundstücksankaufs bis hin zum tatsächlichen Baubeginn können manchmal Jahre vergehen. Während dieser zeit haftet natürlich auch der Eigentümer für dein Grundstück, egal ob gebaut wird oder nicht. Man spricht hier von der Verkehrssicherungspflicht, diese gilt auch für brach liegende Grundstücke.

Ganz gleich ob ein umstürzender Baum Zäune oder Oberleitungen beschädigt, oder der Eigentümer versäumt vor seinem Grundstück zu streuen und sich Passanten verletzen, hier greift im Fall der fälle die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Da gerade bei Personenschäden sehr hohe Schadensersatzforderungen anfallen können, sollten Bauherren auf Tarife achten, welche Sach- und Personenschäden mit bis zu 10 Millionen Euro berücksichtigen. Auch für eventuell anfallende Gerichts-und Anwaltskosten tritt diese Haftpflichtversicherung im Falle einer Klage ein.

Haftpflicht für nicht bebaute Grundstücke
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Tipp: bei einigen Versicherern ist die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht bereits in der privaten Haftpflichtversicherung enthalten, ggf. könnte diese auch erweitert werden, sodass keine zusätzliche Versicherung abgeschlossen werden muss.

Die Restschuldversicherung sichert den Kreditnehmer für den Fall ab, dass er während der Laufzeit die Kreditraten nicht mehr zahlen kann. Gerade wenn ein Immobilienkredit über 20 Jahre und mehr läuft, sind die Risiken welche zu Zahlungsausfällen führen können kaum absehbar: Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit, Scheidung oder auch der Tod eines Partners sind nur einige mögliche Schicksalsschläge. Tritt einer der Fälle ein, zahlt die Versicherung einen teil der raten oder eine einmalige Summe, dies kommt natürlich immer auf vereinbarten Leistungen im Detail an. 

Jedenfalls sollte in der Police mindestens festgelegt sein, dass während einer Arbeitslosigkeit oder für den Zeitraum einer Erkrankung von der Versicherung die Kreditraten gezahlt werden. Manchmal ist die Vergabe eines Immobiliendarlehens seitens der Bank auch mit der Bedingung verbunden, eine Restschuldversicherung abzuschließen.

Restschuldversicherung/Bauherren
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Allerdings hat diese Art der Absicherung auch zwei große Haken: Zum einen ist sie sehr teuer, je nach Laufzeit und Höhe des Darlehens können die Kosten durchaus bei 500 bis über 1000 Euro pro Jahr liegen. Da diese Kosten meist in den Gesamtkredit eingerechnet werden, erhöht sich dieser entsprechend. Und die Versicherung springt nur in den Fällen ein, welche auch in der Police vermerkt sind, alle unglücklichen Eventualitäten sollten also genau formuliert sein.

Tipp: wollen sich Bauherren hauptsächlich gegen den Tod des Partners absichern, bietet sich als Alternative die Risikolebensversicherung an: sie ist meist erheblich kostengünstiger als die Restschuldversicherung, tritt aber nur im Todesfall einer der Partner ein.

Die Bauleistungsversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungsarten für den Bauherren. Sie schützt z.B vor Diebstahl von bereits fest mit dem Bauwerk verbundenen Gegenständen wie beispielsweise Fenster oder Türen. Immer öfter kommt es ja vor, dass Rohbauten geradezu „geplündert“ werden. Auch unvorhersehbare Witterungseinflüsse können eine Baustelle auf den Kopf stellen: vom Sturm zerrissene Planen und Folien, durch Starkregen überschwemmte Keller, frisch betonierte Flächen welche durch Hagelschlag beschädigt werden.

Auch Schäden welche in Abgeschlossenen Rohbauten durch Vandalismus entstehen, sind durch die Bauleistungsversicherung ebenso abgesichert wie etwa Folgen bei nachgewiesenen Konstruktionsfehlern: Stürzt beispielsweise eine tragende Wand ein, weil sie nicht fachgerecht gemauert wurde und deshalb darüber liegende Lasten nicht aufnehmen kann, greift hier abermals die Bauleistungsversicherung.

Bauleistungsversicherung
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Tipp: wie auch die meisten anderen Bauherrenversicherungen, ist die Bauleistungsversicherung zeitlich befristet, oftmals auf nur ein Jahr. Schnell kann es aber aus den verschiedensten Gründen zu Bauverzögerungen kommen. Daher sollte die Bauleistungsversicherung auf 2 Jahre abgeschlossen werden.