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Steil- und Flachdächer

Gerade bei der Bemängelung von Dachflächen, ist der Position bei Inaugenscheinnahme eine besondere Bedeutung zuzumessen. Bei einem Steildach wird kaum jemand auf die Idee kommen, kleinere Beschädigungen, welche nur aus 1 m Abstand auffällig sind, zu bemängeln. Bei Flachdächern, welche vielleicht direkt an eine Dachterrasse angrenzen, welche des öfteren als Sitzfläche fungiert, können kleinere Beschädigungen durchaus störend wirken.

Teilweise sind Farbunterschiede und einzelne Schattierungen auch gewollt. Gerade jedoch hier sollte, ähnlich wie bei Klinker-Sichtmauerwerk, bei der Verlegung darauf geachtet werden, dass die Dachsteine- und Ziegel  in für den Handwerker zumutbarem Maße gemischt werden, um Fleckenbildung bei der fertigen Ansicht der Dachflächen zu vermeiden.

Gerade die Pfützenbildung ist bei Flachdächern immer wieder ein Streitpunkt. Treten diese vereinzelt auf, dürften Folgeschäden auszuschließen sein, Voraussetzung ist hier natürlich, dass die Fläche fachgerecht und mit geeignetem Material, welches stehendes Wasser kurzzeitig verträgt, abgedichtet ist.

Achtung: Leichte Farbabweichungen zwischen den Dachziegeln- und Steinen  sind schon herstellungsbedingt nicht immer vermeidbar. Für Flachdächer gilt: um Pfützenbildung zu vermeiden, muss bei der Planung der Dachfläche ein Gefälle von min. 5% eingerechnet werden.

 

Als hinnehmbar sollten i.d.R. gelten:

Bei Steildächern:

  • an Dachziegeln kleinere Beschädigungen wie Scheuerstellen und Schrammen, welche transportbedingt vorhanden sind
  • kleinere Haarrisse und Abplatzungen im Bereich der Ziegeloberfläche, sofern diese sich im Laufe der Zeit nicht verstärken, b.z.w. diese nicht konstruktionsbedingt, etwa durch
  • mangelnde Unterlüftung der Ziegeldeckung, einhergehend mit erhöhter Wasserbelastung und den daraus resultierenden Frostschäden, auftreten
  • Veralgungserscheinungen im Bereich der Ziegeloberfläche, in den ersten Jahren nach der Eindeckung
  • vereinzelte Farbtonunterschiede zwischen den einzelnen Dachziegeln, es sei denn, dies wurde in der Leistungsbeschreibung ausgeschlossen
  • geringe Feuchtigkeitseinwirkung bei Steildachdeckungen ohne Unterspannbahn und Dämmung , über nicht ausgebautem oder genutztem Wohnraum, welche bei Windeinwirkung durch Regen oder Schnee entsteht
  • leichte Verformungen im Bereich der Anschlüsse zwischen Wandverkleidungen (z.B. aus Holz) und der Dachkonstruktion
  • Haarrisse im Fugenbereich von Gipskartonplatten oder ähnlichen Verkleidungen, welche direkt an die Dachkonstruktion anschließen

Bei Flachdächern:

  • Falten oder Wellen bei Flachdachabdichtungen, sofern diese nur vereinzelt auftretenden
  • geringfügig überschüssiger, hervorquellender Kleber im Bereich der Schweißnähte von verklebten Dachbahnen, sofern diese nicht gehäuft und dadurch optisch dominant auftreten 
  • Unterschreitung der üblichen Abdichtungshöhe von 15 cm an anschließenden, aufgehenden Bauteilen von max. 5 cm, sofern es sich um leicht geschützte Bereiche handelt, b.z.w. deshalb nicht mit besonderer Wassereinwirkung durch Regen, Schnee oder einem Wasseranstau durch Überleitung anderer Bereich zu erwarten ist
  • kleinflächige Pfützenbildung bei einer Dachneigung bis ca. 5%, voraus gesetzt, die Beschichtungsart schützt vor Durchfeuchtung