alt text

Putze und Beschichtungen

Beschichtungen an Hauswänden und Decken sollen für gewöhnlich zwei Eigenschaften erfüllen:Zum Einen haben sie eine Schutzfunktion, beispielsweise sollen sie den Sockelbereich eines Hauses gegen Spritzwasser, oder auch die Fassade gegen Schlagregen schützen. Und natürlich können sie auch für das Erscheinungsbild eines Hauses, einzelner Bauteile oder auch Wände verantwortlich sein.

Streitpunkte sind meist unebene Flächen, Risse, unterschiedliche Strukturen oder auch von den Vorstellungen des Auftraggebers abweichende Farbgebungen. Bei der Beurteilung, welche Unregelmäßigkeiten noch hinzunehmen oder aber zu beanstanden sind, sollte jedenfalls auch der Stellenwert der entsprechenden Fläche einbezogen werden.

So sind anscheinende Normabweichungen im Fassadenbereich des oberen Stockwerkes eines 2-Familienhauses sicherlich anders zu bewerten, als jene bei einem Strukturputz im Eingangsbereich eines Einfamilienhauses. Auch für Putze und Beschichtungen, welche hohen optischen Ansprüchen unterliegen, gilt das gleiche wie für Sichtmauerwerk:

Achtung: vor Beauftragung  sollte die Herstellung einer kleineren Probefläche vereinbart werden, da trotz identischer Materialien mit unterschiedlich handwerklichen Fähigkeiten gerechnet werden muss.

 

Als zumutbar sollten i.d.Regel gelten:

  • kleinere Bereiche mit Haarrissen im Oberputz bis 0,2 mm, sofern es sich nicht um Präsentationsflächen handelt, b.z.w. diese nicht den Gesamteindruck beeinträchtigen
  • Kurze Risse im Oberputz, an den Ecken von Wärmedämmverbundsystemen bis 0,3 mm, bei Mineralfaser- und Polystyrol-Dämmungen
  • Haarrisse bei Innenputzen bis 0,2 mm im Bereich der Mauerwerksfugen, wenn diese den Gesamteindruck nicht beeinträchtigen, b.z.w. nicht von einer Ausweitung der Risse ausgegangen werden kann
  • feine Haarrisse bis 5 cm Länge, im Bereich von Sockel- und Putzrandprofilen, sofern die Optik nicht beeinträchtigt wird, b.z.w. die Anhaftung der Profile nicht gefährdet scheint
  • eine reduzierte Putzdicke an vereinzelten Stellen auf 1,5 cm (normal 2,0 cm), sofern dies nicht Risse über 0,2 mm zur Folge hat
  • bei Strukturputzen eine vereinzelte Anhäufung von Bereichen ohne oder mit erhöhter Körnung, sofern diese den Gesamteindruck nicht stören
  • leichter Abrieb bei Strukturputzen durch das Reiben mit der Hand
  • leichte Farbunterschiede zwischen fertig gestellter Putzoberfläche und Farbmusterfläche, b.z.w. Farbtonkarten
  • eine leichte Farbtonabweichung im Bereich von Reparaturstellen zur übrigen Putzoberfläche
  • vorübergehende Farbabweichungen und Flecken nach Befeuchtung durch Regen
  • Unebenheiten in der Fläche von bis 5 mm bei einem Messabstand von 1m, die Entstehung von Schatten durch leichte Unebenheiten bei Sonnenlicht