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Fehler bei der Grundrißplanung

 

Wohnräume werden in den meisten Fällen möglichst großzügig geplant, oftmals zum Nachteil von Diele oder Flur. Die Wohnräume können noch so großzügig angelegt sein, ein zu enger oder zu dunkler Eingangsbereich sorgt weder für einen positiven Eindruck, noch für Behaglichkeit. Besonders bei Häusern ohne Keller ist man neben einem geräumigen Hauswirtschaftsraum auch auf Stauflächen im Entree angewiesen: Garderobe, Schirmständer, Schuhschrank oder auch die Schultaschen der Kinder sollen ausreichend Platz finden. Bei geringem Lichteinfall ist beispielsweise eine Haustür mit Lichtausschnitt zu empfehlen.

Mit dem Erwerb eines Grundstückes nimmt man ein wichtiges Lagekriterium in Kauf: seine Ausrichtung. Ideal ist ein so genanntes Südgrundstück; bei ihm liegt die Straßenseite nach Norden und der Garten nach Süden. Es versteht sich allerdings von selbst, dass nur ungefähr jede vierte Parzelle so ausgerichtet sein kann.Werden die Wohnräume des zu bauenden Hauses hauptsächlich nach Norden ausgerichtet, dürfte das einfallende Tageslicht spärlich ausfallen. Das wirkt sich umso negativer aus, je kleiner die Wohnfläche ist.

Optimal ist eine Ost-West Ausrichtung, die meisten Bauherren hätten aber gern eine Nord-Süd-Achse, bei der der Hauseingang nördlich und das Wohnzimmer mit Terrasse südlich liegen. Soll das Wohnzimmer mit großzügigen Fensterflächen ausgestattet werden, ist es ratsam, rechtzeitig über Beschattungsmöglichkeiten nachzudenken, oder den allseitig vorhandenen Baumbestand in die Planung einzubeziehen.

Wenn es die Grundfläche hergibt, ist die Planung eines Gästezimmers im 1 bis 2-geschossigen Einfamilienhaus sinnvoll. Es kann gelegentlich als zweites Schlafzimmer genutzt werden, besonders bei Krankheit oder im Alter, wenn das Treppensteigen schwer fällt. Und sollten Gäste tatsächlich übernachten wollen, müssen sie nicht im engeren privaten Bereich der Gastgeber einquartiert werden. Sollte ein Gäste-zimmer nicht in den Grundriss passen, kann man zumindest die Stellfläche von ausziehbaren Sofas oder Couches so groß planen, dass ein Ausklappen kein größeres Umräumen erfordert.

Treppen beanspruchen leider relativ viel Fläche, was aber nicht zu ändern ist, weil ihr Bau Normen unterliegt. Eine schmale Wendeltreppe in ein höher gelegenes Zimmer ist zwar praktisch, weil sie wenig Raum kostet, kann aber den Transport der Möbel in das Obergeschoss zum Hindernislauf machen.

Wendeltreppen sind sehr steil und daher für ältere Menschen und kleine Kinder oft problematisch. Ab einem gewissen Alter denken Senioren darüber nach, ob Sie eventuell einen Treppenlift benötigen. Dafür muss die Treppenbreite mindestens 70 cm betragen, bei Wendeltreppen ist mit einem höheren Aufwand zu rechnen. 

Eine Treppe direkt im Wohnzimmer lässt zwar mehr Raum im Eingangsbereich und wirkt großzügig.

Natürlich hat diese variante auch Nachteile: wohnen die Kinder im Obergeschoss, müssen sie beim Kommen und Gehen immer wieder durch den Wohnbereich. Bei zu großem Begängnis könnten sich die Eltern gestört fühlen.

Welche Flächen werden im Haus tatsächlich benötigt? Brauchen Sie wirklich einen Balkon über der Terrasse? Erfahrungsgemäß sitzen Hauseigentümer lieber ebenerdig, zumal wenn Gäste kommen. Und der Balkon fungiert nur noch als teurer Wäscheständer.

Brauchen sie tatsächlich ein ausbaufähiges Dachgeschoss? Sind Bauherren erst einmal eingezogen, verlieren sie häufig die Lust an weiteren Bauarbeiten. Die potenzielle Wohnfläche im Spitzboden entpuppt sich als überflüssig, wenn kein weiterer Familienzuwachs erwartet wird oder die Kinder bereits über eigene Zimmer verfügen. Ist das Grundstück groß genug, sollten Sie sich überlegen, ob wirklich ein Keller gebraucht wird. Die zusätzlichen Baukosten sind immens, vielleicht wäre ein solides Gartenhäuschen die preisgünstige Alternative.

In einem Schlafzimmer bildet naturgemäß das Bett den Mittelpunkt. Planen Sie den Grundriss möglichst so, dass es an eine Wand ohne Fenster gerückt werden kann. Eine Tür direkt neben dem Bett stört nachgewiesenermaßen den ruhigen Schlaf. Gerade kleine Schlafzimmer mit Dachschrägen werden oftmals von Schränken „erdrückt“.

Vielleicht kommen für Sie Einbauschränke in Betracht? Sie sind zwar als Sonder- anfertigung vergleichsweise teuer, mit ihnen lässt sich aber der vorhandene Stauraum ideal ausnutzen; zudem sind sie meist langlebiger als Schränke aus dem Möbelhaus.

Auch die Himmelsrichtung ist bei der Anordnung eines Schlafzimmers nicht belanglos: Die Ausrichtung zur Westseite ist bei zu starker Aufheizung durch die Abendsonne eher ungeeignet.Für Langschläfer ist die Ausrichtung nach Osten nicht ratsam: die ersten Sonnenstrahlen zwingen zur Abdunklung des Schlafraumes.

Wohnzimmer werden nicht selten mit so viel Fensterflächen geplant, dass kaum noch Stellmöglichkeiten für die Möbel bleiben. Ein annähernd quadratischer Grundriss lässt sich am leichtesten möblieren, mindestens 3 m zusammenhängende Wandlänge sollten eingeplant werden, will man eine moderne Anbauwand oder fortlaufende Beistellschränkchen im Wohnzimmer platzieren. Wohnzimmer sind heute oft an offene Wohnküchen gekoppelt. Vorteil: wer in der Küche steht, fühlt sich nicht vom Familienbetrieb abgeschnitten.

In der Praxis sind jedoch Geschirrgeklapper und Küchendüfte beim Fernsehen oder Entspannen schnell lästig. Dann entpuppt sich die moderne Wohnraum- Küchenkombination schnell als Fehlplanung. Ein Ausweg sind mobile Trennwände. Es gibt Sie in den unterschiedlichsten Designs. Da sie mit Schleiffilzen oder -gummis ausgestattet sind, die zu Böden und Decken abgedichten, erreichen sie eine Schalldämmung bis zu 35 db.

Bei der Planung des Bades wird oftmals nicht berücksichtigt, dass im Alter die Beweglichkeit möglicherweise eingeschränkt ist. Eine ebenerdige Duschwanne ist moderner und praktischer als die alte „Duschtasse“, denn sie erleichtet den Einstieg spürbar. Wenn das Badezimmer groß genug ist, lässt sich der für ältere Menschen beschwerliche Einstieg in die Badewanne durch einen Trick erleichtern:

Einfach drei kleine Stufen zwischen 5 und 7 cm um die Wanne herum in den Estrich einplanen, diese lässt sich dann tiefer in den Boden absenken. Das ergibt einen beeindruckenden optischen Effekt und der neue Einstieg in die Wanne verringert sich um 15- 21 cm. Die Tür zum Bad sollte keineswegs zu schmal ausfallen, denn falls dereinst ein Bewohner einen Rollstuhl benutzt, muss gerade das Bad leicht erreichbar sein.

Ein Tipp für die Optik: Bis zur Decke gekachelte Bäder sind nicht unbedingt charmant, wenn man Farben liebt oder die Abwechslung sucht. Versuchen sie es in diesem Fall mit dem Fliesenabschluss in Augenhöhe, das spart Geld für die Keramik und Sie können mit einer geschickten Farbwahl Akzente an den Wänden setzen. 

Der Platzbedarf auf einer Terrasse wird oft unterschätzt; deshalb wird sie zu klein geplant, obwohl man genug Platz hätte. Überlegen sie sich, welchen Platz Ihr Esstisch einschließlich aller Stühle benötigt und wie viel Raum Ihre Gäste benötigen, ohne beim Stühlerücken rücklings auf den Rasen zu stürzen. Als Mindestgröße für eine Terrasse gelten 3 x 3 Meter gelten. Mit einer pfiffiger weise um die Ecke angelegten Fläche kann man je nach Ausrichtung auch die Abendsonne noch einfangen, zudem bietet sich ein großzügiger Anblick.

Sollten sie Ihre Terrasse aus Holz planen, stellt sich die Frage, welche Holzart man nimmt: Hölzer wie Lärche oder Douglasie sind zwar preiswert, splittern aber schnell und harzen oftmals noch aus. Bangkirai ist ein hartes und teures Material. Es harzt kaum, neigt selten zu Verwerfungen und verleiht Ihrer Terrasse eine hochwertige Optik.

Große Fensterflächen lassen viel Licht ins Haus, so gewinnen auch kleinere Räume an Großzügigkeit. Sind die Wohnräume mit großen Fenstern nach Süden ausgerichtet, entspricht das zwar einem verbreiteten Wunsch.

Doch in den Sommermonaten werden die Wohnräume oft unangenehm aufgeheizt. Innen angebrachte Rollos oder Jalousien helfen da wenig. Denn trifft die Wärme erst einmal ungehindert auf das Glas, werden sich trotz zeitgemäßer Dreischeiben-Verglasung nach geraumer Zeit auch die Räume aufheizen.

Deshalb sollte man rechtzeitig an Beschattungsmöglichkeiten von außen denken; Markisen sind hier die einfachste Lösung. In die Fenster integrierte Rollläden (auch elektrisch zu steuern) sind zwar kostenintensiv, bieten aber eine wirksame Beschattung und und auch einen gewissen Einbruchsschutz..