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Anbaubalkon - Materialien und Kosten

So manch ein Hausbesitzer merkt erst einige Zeit nach Einzug, dass ihm etwas fehlt: ein Balkon, um die Morgen- oder Abendsonne zu genießen oder auch in der kühlen Frühlings- und Herbstsonne etwas geschützt draußen sitzen. Und was gibt es schöneres, als einen Frühlingsmorgen mit einer Tasse Kaffee auf dem Liegestuhl zu begrüßen? Zudem liegt man außerhalb des Blickwinkels neugieriger Nachbarn.

Sowohl Neubauten als auch ältere Immobilien kann man nachträglich mit einem Balkon versehen. Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen einem Anbau- und einem Vorstellbalkon. Der Anbaubalkon wird in der Regel fest mit der Geschossdecke des Gebäudes verbunden und verfügt im vorderen Bereich über zwei Stützen. Der Vorstellbalkon steht selbstständig auf vier Stützen und muss am Gebäude nur verankert, jedoch nicht kraftschlüssig verbunden werden.

Zunächst sollte sich der Bauherr bei den zuständigen Baubehörden erkundigen, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Eine allgemeine Regel gibt es nicht, meist ist jedoch eine amtliche Zustimmung vonnöten, da der Balkonanbau eine Erweiterung der bestehenden Grundfläche darstellt. Soll der geplante Balkon jedoch über Gehwege oder öffentliches Straßenland ragen, ist in jedem Fall eine behördliche Genehmigung erforderlich. In der Regel benötigen Sie ohnehin einen Architekten für Planung und Prüfstatik, außerdem müssen verschiedene Bauzeichnungen und ein amtlicher Lageplan eingereicht werden. Ein Architekt aus der Region wird sich mit den Anforderungen der ortsansässigen Behörden auskennen.

Vor Baubeantragung sollte man sich auch das Einverständnis der Nachbarn einholen, da sich der geplante Balkon auch optisch in die Umgebungsbebauung einfügen muss. Gerade in kleineren Gemeinden ist dies wichtig, da die zuständige Baubehörde schon wegen einer nicht erfolgten Nachbarschaftsbefragung die Genehmigung verweigern könnte. Baubehördliche Auflagen sollten genauestens befolgt werden, ansonsten riskiert man, dass die Behörde den späteren Abriss verlangt.

 


Die Preise richten sich auch hier in erster Linie nach dem gewünschten Material sowie der Handwerkerleistung. Für geübte Heimwerker gibt es Bausätze für Anbaubalkone bereits ab 2.500,- Euro, für einen Vorstellbalkon-Bausatz müssen etwa 1.000,- Euro und mehr vorgesehen werden. Diese Bausätze beinhalten den Montageplan und sämtliche Verbindungsmittel. Einfache Balkongeländer bestehen aus Kunststoff und sind bereits ab 20,- Euro je laufenden Meter zu haben, für Edelstahlgeländer sind mindestens 250,- Euro pro Meter einzuplanen.

Anbaubalkon Kosten
Anbaubalkone aus Beton sind in der Regel am preiswertesten, hier muss jedoch das hohe Gewicht beachtet werden! Foto: pixabay.com

Bei den Materialien rangiert Beton auf der untersten Stufe der Preisliste. Wegen seines Gewichtes entstehen jedoch höhere Montagekosten, die den Gesamtaufwand erhöhen.

An zweiter Stelle der aufsteigend sortierten Preisskala rangiert Holz, wenn man preiswerte Arten wie Kiefer oder Lärche berücksichtigt. Werden dagegen tropische Hölzer verwendet, oder kommen aufwändige Verzierungen hinzu, kann der Holzbalkon im Handumdrehen teuer werden.

Stahl lässt sich im mittleren Preissegment einordnen, allerdings sind die höheren Montagekosten aufgrund seines Gewichtes ein Wermutstropfen. Teuer kann es werden, wenn man sich nicht für genormte,
handelsübliche Profile entscheidet, sondern auf Extravaganz Wert legt.

Aluminium befindet sich imoberen Preissegment der zur Verfügung stehenden Materialien. Aber teuer ist hier relativ zu sehen: Die Montagekosten sind überschaubar, da wegen des geringen Gewichtes meist keine Hebezeuge benötigt werden und es sich meistens um vorgefertigte Module handelt. 

Der erforderliche Wanddurchbruch für die Balkontür sollte mit mindestens ca. 500,- Euro, einschließlich der erforderlichen Beiputzarbeiten kalkuliert werden. Da Anbaubalkone meist genehmigungspflichtig sind, kommen Kosten für Statik, den Standsicherheitsnachweis und die Baugenehmigung hinzu. Dafür sollten rund 10-15% der Baukosten eingeplant werden, das ist auch abhängigig davon, welche Unterlagen das Bauamt anfordert.

 


 

Anbaubalkon aus Beton
Anbaubalkon aus Beton: freie Formenwahl durch werksseitige Vorfertigung: Foto: © fottoo/fotolia

Anbaubalkone aus Beton haben Vorteil, dass sie meistens komplett vorgefertigt angeliefert werden und nur noch montiert werden müssen. Dabei sind vielfältige Formen möglich: ob gerundet, rechteckig, parallelogramm- oder trapezförmig. Durch die industrielle Vorfertigung sind der Kreativität bei den Grundformen kaum Grenzen gesetzt.

Ein wesentlicher Nachteil ist, dass sie naturgemäß sehr schwer sind, was ein entsprechendes Fundament erfordert. Man sollte daher berücksichtigen, dass man für die Montage meist einen Kran benötigt. Fertigbalkone aus Beton sollten über ein vorgefertigtes Gefälle und einen eingearbeiteten Bodenablauf verfügen. Außerdem sollten sie aus wasserdichtem Beton (WU-Beton) bestehen.

  • meist komplett vorgefertigt
  • gerundete Formen sind problemlos möglich
  • durch das hohe Gewicht ist meist ein Fundament nötig
  • ab einem bestimmten Gewicht Montage nur mit Kran möglich
Anbaubalkone aus Stahl
Abaubalkone aus Stahl erfordern kaum Reinigungs- und Pflegeaufwand. Foto: © Martin Debus/fotolia

Anbaubalkone aus Stahl sind i. d. R. feuerverzinkt, somit äußerst witterungsbeständig und erreichen auch bei filigraner Gestaltung eine hohe Trage- und Standfestigkeit. Dabei ist der Aufwand für die Reinigung und Pflege minimal. Auch die Kosten sind bei einem Anbaubalkon aus Stahl überschaubar: da meist Stahlprofile mit handelsüblichen Abmaßen verwendet werden, sind kaum Extraanfertigungen notwendig.

Ähnlich wie ein Anbaubalkon aus Beton hat natürlich auch ein Balkon aus Stahl den Nachteil des hohen Gewichtes, ein Fundament muss speziell berechnet werden und für die Montage wird ein Kran und möglicher Weise auch ein Gerüst erforderlich sein.

  • hohe Trag- und Standfestigkeit, durch Verzinkung sehr witterungsbeständig
  • geringer Pflegeaufwand, überschaubare Kosten bei Verwendung von genormten Profilen.
  • relativ hohes Gewicht, bei größeren Abmaßen aufwendiges Fundament nötig,
  • Kran für Montage erforderlich, Rostschutz notwendig, wenn nicht verzinkt.
Anbaubalkone aus Aluminium sind besonders leicht
Anbaubalkon aus Aluminium: geringes Gewicht und leichte Montage. Foto: © GM Photography/fotolia

Anbaubalkone aus Aluminium haben gegenüber Stahl- und Betonbalkonen den Vorzug des geringeren Gewichtes. Der Montageaufwand ist geringer, da meist keine größeren Hebezeuge notwendig sind. Außerdem sind Fundamente - sofern überhaupt notwendig – mit geringerem Aufwand anzufertigen. Auch die sehr lange Lebensdauer und die nicht vorhandene Korrosionsanfälligkeit sprechen für einen Balkon aus Aluminium.

Die Nachteile von Aluminium halten sich in Grenzen: Da sind zum einen die etwas höheren Kosten gegenüber Stahl, zum anderen lässt sich das Material nicht so einfach mit Farbe überstreichen wie z. B. Holz. Hierzu sind spezielle Grundierungen und Lacke erforderlich, wobei allerdings bedacht werden muss, ob es sich um unbehandeltes oder eloxiertes Aluminium handelt.

  • relativ geringes Gewicht
  • meist keine Hebezeuge erforderlich
  • modernes Design des Materials und keine Korrosionsanfälligkeit
  • relativ teuer
  • für Anstriche sind spezielle Grundierungen und Lacke erforderlich.

 

Anbaubalkone aus Holz sind relativ pflegeaufwendig
Anbaubalkon aus Holz: preiswert und leicht zu montieren. Foto: © Sinuswelle/fotolia

Anbaubalkone aus Holz haben ebenso wie Aluminium den Vorteil des geringeren Gewichtes. Hinzu kommt, dass sie sich individuell gestalten lassen. Mit handwerklichem Geschick sind den Verzierungsmöglichkeiten kaum Grenzen gesetzt.

Holz als Baustoff ist relativ preiswert. Es lässt sich mit Farben und Lasuren phantasievoll bearbeiten. Allerdings benötigt Holz im Gegensatz zu den witterungsbeständigeren Materialien regelmäßige Pflege.

Wer Holzbalkone mag, jedoch auf die Vorteile von Aluminium nicht verzichten möchte, kann das Leichtmetall mit einer Beschichtung versehen, die Holz nachahmt. Sie gibt es in vielen Dekoren, die den Aluminiumbalkon im Landhausstil erscheinen lassen.

  • relativ geringes Gewicht
  • individuelle Formgebung mit wenig Aufwand möglich
  • preiswert farblich zu gestalten
  • relativ hoher und regelmäßiger Pflegeaufwand
  • Ausharzen bei bestimmten Holzarten wie z.B. Fichte oder Lärche durch Sonneneinstrahlung möglich
  • nicht vollständig Formstabil, bei Staunässe ist Pilzbefall möglich.