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Foto: © Jürgen Fälchle/fotolia

Welche Arten der Fassadendämmung gibt es?

Die Kosten für Heizenergie werden in den kommenden Jahren eher steigen als sinken. Da kann eine moderne Heizanlage sinnvoll sein, die hat aber nur eingeschränkten Nutzen, wenn das Haus schlecht oder falsch gedämmt wurde.

Im Grunde genommen sind drei Methoden der Dämmung am gängigsten; wir stellen sie nachfolgend im einzelnen vor.

Auf die Außenwände des Hauses wird dabei meist eine senkrechte Holzlattung geschraubt; der Raum dazwischen wird mit Wärmedämmplatten gefüllt. Die Stärke der Hölzer  harmoniert mit der gewünschten Dämmstärke. 

Vorgehängte-hinterlüfteten Fassade
Die senkrechte Lattung kann aus Holz oder Aluminium bestehen. Foto:© Janni/fotolia

Auf die tragenden, also waagerechten Hölzer werden dann weitere, nunmehr senkrecht stehende Latten aufgeschraubt (dazwischen zirkuliert Luft, was auch Hinterlüftung heißt).

Inzwischen setzen sich Unterkonstruktionen aus Aluminium-Blech immer mehr durch, diese haben den Vorteil dass sie sich in das Blitzschutzsystem des Hauses integrieren lassen. Zu guter letzt können  die unterschiedlichsten Fassadenelemente (z. B. Kunststoffplatten im Klinkerdesign oder mineralische Beschichtungen) aufgebracht werden.

Die Vorteile einer vorgehängten-hinterlüfteten Fassade sind ihre Robustheit, den durch die Konstruktion bedingten guten Feuchtehaushalt, sowie die vielfältigen Verkleidungsmöglichkeiten der Fassade.

Hierbei werden die Dämmstoffe, meist Polystyrol-Platten oder Platten aus Mineralfasern bündig auf die Außenwand aufgeklebt und bei Bedarf auch mit der Wand verdübelt. Danach folgt eine verfestigende Schicht, also z. B. ein Armierungsmörtel, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist.

Alle Schichten eines WDVS-Systems sind aufeinander abgestimmt.
WDVS-Systeme schaffen ein angenehmes Raumklime. Foto:© Alterfalter/fotolia

 Zum Schluss wird der Oberputz aufgetragen, hier hat der Bauherr die Wahl zwischen organischem und mineralischen Putz. Alle Schichten bilden also ein fest miteinander verbundenes Wärmedamm-System, daher der Name.

Zu beachten wäre noch, dass jeder Hersteller seine Systeme aufeinander abstimmt. Das Mischen einzelner Komponenten unterschiedlicher Hersteller sollte also vermieden werden.

Die Vorteile des WDVS-Systems liegen in der vorbeugenden Wirkung gegen Schimmel, der Schaffung eines angenehmen Raumklimas und seiner auch im eventuell feuchten Zustand gleichbleibender Dämmwirkung.

Bei dieser Methode werden einem üblichen Kalk-Sand-Putz dämmende Stoffe beigemischt. Als Zuschlagstoffe werden z.B. Polystyrol, verschiedene Granulate oder Perlite verwendet (Perlite sind Steingranulate, die durch Erhitzen schaumartig aufgebäht werden).

Granulate und Perlite sorgen für den dämmenden Effekt
Dämmputz kann aussen und innen verarbeitet werden. Foto: © Ingo Bartussek/fotolia

Es leuchtet ein, dass Dämmputz nur in begrenzter Schichtdicke aufgetragen werden kann, weshalb sein Einsatz meist auf Sonderfälle beschränkt bleibt. Auch der Wärmedämmputz hat seine Vorteile gegenüber den alternativen Dämmarten:

Er ist sowohl aussen als auch innen anwendbar und sehr atmungsaktiv. Deshalb kann man bei der Verarbeitung im Innenbereich in den meißten Fällen auch auf den Einbau einer Dampfsperre verzichten.

Und in der Altbausanierung ist bei unebenen Wänden das Aufbringen von Wärmedämmputz einfacher, als das Anbringen von WDVS-Systemen.

Es gibt jedoch Fälle, beispielsweise durch den Denkmalschutz veranlasst, bei denen die vorstehend beschriebenen Dämmsysteme nicht möglich sind, weil die Fassade originalgetreu erhalten werden muss. In diesem Falle ist nur eine Innendämmung möglich.

Denkalgeschützte Fassaden dürfen oftmals nicht von außen gedämmt werden
Oft unmöglich: Dämmung an historischen Fassaden. Foto: pixabay.com

Diese hat es aber „in sich“, denn im Unterschied zur Außendämmung ist sie handwerklich und konzeptionell anspruchsvoll und sollte deshalb nur nach Berechnungen von entsprechenden Fachleuten und durch Fachfirmen ausgeführt werden.

Immerhin liegt die historische Fassade b. z. w. die Außenwand bei Dämmung der Innenflächen weiterhin im kalten, ungedämmten Bereich, es besteht also die Gefahr von Bauschäden, zum Beispiel durch Tauwasser. Bei sachgemäßer Ausführung sind jedoch keine Schäden durch Feuchtigkeit oder Schimmel zu befürchten, wie der Innendämmung oft nachgesagt wird.

Und ein Wärmeschutz von innen ist natürlich auch möglich - mit Dämmtapeten. Die Dämmwirkung wird hier durch expandiertes Polysterol oder Neopor erzielt, hier wird durch das  verarbeitete Graphit die Wärme reflektiert und der Wärmeverlust über die Aussenwände reduziert. Allerdings kann der Einsatz der falschen Dämmtapete kann unter Umständen mehr schaden als nutzen. Beispiel: die ungedämmte und feuchte Wand eines denkmalgeschützten Hauses kann normaler Weise nach aussen und innen austrocknen.

Papierkaschierte Dämmtapeten dienen als Unterlage
Papierkaschierte Dämmtapeten eignen sich als dämmende Unterlage für Ziertapeten. Foto: pixabay.com

Die abdichtende Wirkung einer Dämmtapete kann die Austrocknung nach innen verhindern und so dafür sorgen, dass sich die Feuchtigkeit in der Aussenwand länger hält. In der Regel unterscheidet man zwischen 2 Typen der Dämmtapete,  es gibt die alukaschierte und papierkaschierte Variante. Insbesondere bei denkmalgeschützten Häusern findet man noch Heizungsnischen in den Wohnräumen, hier kommt die alukaschierte Dämmtapete zum Einsatz. 

Die papierkaschierte Variante wird meist als wärmedämmende Unterlage für andere Tapeten verwendet. 
Experten sehen in der Regel aber den alleinigen Einsatz von Dämmtapete als wenig sinnvoll an, bei bereits vorhandenen Dämmungen kann diese aber eine verstärkende Wirkung erzielen. 

Wer von innen dämmen will, sollte besser zu Dämmplatten greifen. Die Auswahl bei Optik und Beschaffenheit ist riesig, welches System das richtige ist, hängt unter anderem von der Konstruktion und den Feuhtigkeitsverhältnissen der Fassade ab. Wärmedämmplatten sind ausschließlich als Isolierung konstruiert, in zahllosen Ausführungen erhältlich und sehr leicht zu verarbeiten.